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Die Sache mit den Sozialnetzwerken

ich habe lange mit mir gehadert, diesen Schritt zu gehen, aber ja, ich habe mein Profil bei Facebook gelöscht.

So sozial, wie sich diese Netzwerke immer darstellen sind sie nicht. Viele nutzen diese Plattformen auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Die einen ziehen ihr Ego daran hoch, einen Personenkult um sich zu schaffen. Wenn ich dort sehe, dass bei einigen Leuten das 357. Selfie als Bild erscheint und 299 weitere Leute machen einen Kniefall per Like oder Kommentar, dann weiß ich schon meistens was da los ist.

Ich muss mich nicht anders verkaufen als ich bin und was nützt mir der tollste Kult um meine Person, wenn meine Realität eigentlich ganz anders aussieht, als ich sie dort darstelle.

Ich brauche auch diese komische Anteilnahme nicht, die in meinen Augen keine ist. Was nützen mir 2000 Likes unter einem Brocken, den ich anderen Leuten vorgeschmissen habe, wenn ich diese Sachen dann doch alleine ausfechten muss.

Außerdem stelle ich immerwieder fest, dass Facebook das Zusammenleben von Menschen erheblich erschwert. Gut, in einigen Fällen ist das eine Charakterfrage, aber es kann doch nicht sein, dass man dort zu Allem was man vorfindet ein Like setzen soll und ansonsten hat man die Klappe  zu halten oder man wird auf irgendwelche Ignolisten gesetzt.

Weiterhin finde ich es affig, mir stehts und ständig an irgendwelchen Darstellungen anderer die Nase platt zu drücken, gerade was zwischenmenschliche Sachen betrifft. Ich muss mich nicht ständig mit Dingen konfrontieren lassen, die es in meinem Leben momentan nicht gibt, oder die ich selber fragwürdig finde.
Ich habe festgestellt, dass es dort im Groben betrachtet drei Nutzergruppen gibt.
Die einen stehen laut Facebook ständig auf der Gewinnerseite des Lebens. Wenn man denen mal genauer hinter die Fassade schaut wird man sowieso eher nachdenklich, als dass man sie beneidet.
Die zweite Gruppe besteht aus den Leuten, die ständig jammern. Es kann diesen Leuten noch so gut gehen, irgend einen Punkt finden sie immer, über den sie sich auskotzen können.
Die dritte Gruppe sind meiner Meinung nach die Hater. Die mit ihrer sogenannten Meinung alles kurz und klein hauen, was ihnen vor die Flinte kommt und die auch nicht mehr merken, wann sie bei anderen unter die Gürtellinie gehen oder aber, wenns ganz hart kommt, das auch noch als normal ansehen.

Und die Sache wird noch delikater.

Eine weitere Sache, die mich zu diesem Schritt bewegt hat ist die Konfronation mit Wahrheiten per Sozialnetzwerk.
Durch die künstlich geschaffene Distanz von Menschen ist es natürlich einfacher andere mit Wahrheiten zu konfrontieren, die denen weh tun könnten.
Aber es ist doch völlig normal, dass man enttäuscht reagiert, wenn man zum Beispiel verliebt ist und per Sozialnetzwerk plötzlich mitbekommt, dass der oder die Angebetete in einer Beziehung mit jemand anderen ist. Und das passiert erst recht, wenn man sich erst wunder was versprechen lassen durfte, wurde dann auf Distanz gehalten, nur um am Ende diesen Statuseintrag zu lesen? Ich erinnere mich da nur an 2011 und Janette.
Es würde sich eben doch viel Unsinn vermeiden lassen, wenn man ehrlicher zu einander wäre und sowas persönlich klärt, anstatt auf elektronischem Wege und den anderen dann hinterher mundtot macht.

Letzten Endes empfinde ich diesen Schritt in gewisser Weise als befreiend. Ich muss nicht mein Leben vor Leuten breit treten, die das eh nicht interessiert. Und was nützen mir X hundert "Freunde", wenn ich in der Realität dann doch sehr zurück gezogen lebe und mit Allem alleine dastehe.

15.2.16 14:19

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