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Lebensansichten mal anders.

Ich bin 1980 in der DDR geboren, ich habe es kennen gerlent, dass sowohl in beruflicher - als auch privater Hinsicht ein gewisser Standart normal war. Für meine Eltern war es die normalste Sache der Welt arbeiten zu gehen und auch wenn nicht viel Geld im Umlauf war, sich daraus etwas aufzubauen. Ich konnte aber damals nicht ahnen, dass sich die Dinge mal grundlegend ändern würden.

Es folgten die 90er Jahre die auch meinen Eltern zeigten, dass im Leben nichts selbstverständlich ist. Es muss wohl seinerzeit für sie eine Erfahrung gewesen sein, die sie ziemlich erschrocken haben muss. Für mich war die Welt aber zu diesem Zeitpunkt auch noch in Ordnung, weil nach außen hin alles zu funktionieren schien. Es war familiärer Zusammenhalt da und auch wenn die Zeitn manchmal alles andere als einfach waren hat man die Sachen auf seine ganz eigene Art und Weise bestanden.

Irgendwann stand ich auf eigenen Beinen und ich versuchte, mir den gleichen Standart wie meine Eltern aufzubauen und irgendwann bemerkte ich, dass mir das auf Grund der Zeit und der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich war. Als erstes reagierte ich darauf, in dem ich Fehler machte, die mich im Nachgang teuer zu stehen kommen sollten, aber ich ahnte auch damals noch nicht, dass das nur der Anfang von Dingen sein sollte, die sich noch als viel schwieriger erweisen sollten.

Die 2000er erwiesen sich für mich als eine frustrationsgeladene Verkettung von Rückschlägen und ich lernte, dass ich, wenn ich bestimmte Dinge erreichen möchte darum kämpfen muss. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht ahnen sollte: Die Mischung aus Kampfgeist und vorhandener Frustration ist in Kombination als verherend anzusehen. Ich orientierte mich nur noch an Werten, die ich von außen zu sehen bekam und diesem Umstand war es zu verdanken, dass sowohl meine Frustration als auch mein Kampfgeist nie geahnte Höhen erreichten. Meine Eltern hatten verständlicherweise ihre Not damit, mein Leben zu akzeptieren. Sie standen zwar auch nach der Wende vor so manch existenzieller Frage, aber die Qualität meiner existenziellen Fragen war auch ihnen bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt.

Die Mischung aus Kampfgeist und Frustration meiner Seits stiegen zu diesem Zeitpunkt in solche Höhen, die mit heutigen Wissen für mich nicht gut waren. Ich gewann den Eindruck, dass alles was ich tat niemanden genug war und ich begann so richtig zu verbittern. Im Endeffekt befand ich mich nur noch auf 180 weil ich - auf meinen Erfahrungen beruhend - bemerkte, dass von privater Seite immer weniger Akzeptanz für mich und mein Leben kam. Ich war vor lauter Kampfgeist so blind geworden, dass ich nicht merkte, wie meine Kräfte immer mehr schwanden, aber der Zeitpunkt, wo alles unter einem lauten Knall zusammenbrechen sollte kam und er kam unaufhaltsam.

Die Januartage des Jahres 2012 waren es dann, die genau das zu Tage beförderten. Meine Welt brach mit einem Male zusammen und ich musste das erste Mal auf bittere Art und Weise einsehen, dass im Leben nichts selbstverständlich ist.

Ich war zu diesem Zeitpunkt seelisch komplett runter. Verschiedene Leute zeigten mir zusätzlich noch, wie sie über mich dachten. In meiner Verbitterung und plötzlich eingetretenen Kraftlosigkeit war ich der Meinung verfallen, dass sie mich belogen und ich zog mich auf meine ganz eigene Art aus dem Leben zurück. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass diese Dinge aus meinem Verhalten resultierten und das Einzige, was mich auf der Spur hielt war der familiäre Zusammenhalt, auch wenn der sich nicht immer einfach zu gestalten vermochte.

Es sollte sich bis 2013 hinziehen, dass ich langsam wieder auf die Beine kam.
In einem letzten Kraftakt der seines Gleichen suchte zog ich um, ohne zu ahnen, dass ich mir damit eine Seelenheimat schaffte, so blöd das auch immer klingen mag.
Ich zog in ein Viertel meiner Stadt, wo ich große Teile meiner Kindheit verbrachte und auch bei Zeiten den "Knall" entwickelte, hier leben zu wollen.
Es dauerte garnicht mal so lange, bis dass ich mich wohl zu fühlen begann, auch wenn die Lerneffekte des Lebens nicht immer einfach sind. Gut, es gab dann im Nachgang noch die eine oder andere Panne, aber die gehören zum Leben nun mal dazu und man kann solche Sachen wesentlich leichter verarbeiten, wenn man sich einen Raum geschaffen hat, an dem man sich wohl fühlt.

Heute weiß ich, dass ich viele Dinge erreichen kann, aber diese Dinge brauchen eben ihre Zeit.
Es nützt nichts, sein eigenes Glück von Menschen abhängig zu machen und darüber irgendwann zu verbittern.

Es nützt auch trotz aller Ideale nichts, im Leben was erreichen zu wollen, wenn es Menschen gibt, die das eben nicht wollen, denn am eigenen Seelenleben ändert finanzieller Wohlstand garnichts.
Ich habe für mich selbst akzeptiert, dass mein Leben in seiner Darreichungsform wahrscheinlich nie einfach sein wird und ich im Gegensatz zu meinen Eltern vor noch so mancher Frage von existenziellen Charakter stehen werde.

Ich habe auch akzeptiert, dass es sinnlos ist, an verschiedenen Menschen festzuhalten, die mich nicht verstehen wollen und merke ich heute, dass man mich auf Distanz hält, so akzeptiere ich das ganz einfach und ich habe es mir auch grundlegend abgewöhnt, mich Illusionen über Sachen hinzugeben, die sowieso nicht erreichbar sind und schon lebt es sich eigentlich wesentlich stressfreier. Und hin und wieder hat es sich als gut erwiesen, sich lang gehegte Wünsche zu erfüllen.

Unter dem Strich sind heute viele Dinge, die man von außen erlebt nur eine Frage der Akzeptanz. Die zunehmende Digitalisierung ist es, die den Umgang der Menschen zum Teil unmöglich macht. Darüber könnte ich mich zwar hier und da aufregen, aber ich habe es akzeptiert, weil es ist eben auch normal, dass man nicht mit jedem Menschen im Leben umgehen kann und dann gibt es eben solche, mit denen man das auch nicht möchte.

 

 

 

 

 

 

27.2.16 09:38, kommentieren

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Die Sache mit den Sozialnetzwerken

ich habe lange mit mir gehadert, diesen Schritt zu gehen, aber ja, ich habe mein Profil bei Facebook gelöscht.

So sozial, wie sich diese Netzwerke immer darstellen sind sie nicht. Viele nutzen diese Plattformen auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Die einen ziehen ihr Ego daran hoch, einen Personenkult um sich zu schaffen. Wenn ich dort sehe, dass bei einigen Leuten das 357. Selfie als Bild erscheint und 299 weitere Leute machen einen Kniefall per Like oder Kommentar, dann weiß ich schon meistens was da los ist.

Ich muss mich nicht anders verkaufen als ich bin und was nützt mir der tollste Kult um meine Person, wenn meine Realität eigentlich ganz anders aussieht, als ich sie dort darstelle.

Ich brauche auch diese komische Anteilnahme nicht, die in meinen Augen keine ist. Was nützen mir 2000 Likes unter einem Brocken, den ich anderen Leuten vorgeschmissen habe, wenn ich diese Sachen dann doch alleine ausfechten muss.

Außerdem stelle ich immerwieder fest, dass Facebook das Zusammenleben von Menschen erheblich erschwert. Gut, in einigen Fällen ist das eine Charakterfrage, aber es kann doch nicht sein, dass man dort zu Allem was man vorfindet ein Like setzen soll und ansonsten hat man die Klappe  zu halten oder man wird auf irgendwelche Ignolisten gesetzt.

Weiterhin finde ich es affig, mir stehts und ständig an irgendwelchen Darstellungen anderer die Nase platt zu drücken, gerade was zwischenmenschliche Sachen betrifft. Ich muss mich nicht ständig mit Dingen konfrontieren lassen, die es in meinem Leben momentan nicht gibt, oder die ich selber fragwürdig finde.
Ich habe festgestellt, dass es dort im Groben betrachtet drei Nutzergruppen gibt.
Die einen stehen laut Facebook ständig auf der Gewinnerseite des Lebens. Wenn man denen mal genauer hinter die Fassade schaut wird man sowieso eher nachdenklich, als dass man sie beneidet.
Die zweite Gruppe besteht aus den Leuten, die ständig jammern. Es kann diesen Leuten noch so gut gehen, irgend einen Punkt finden sie immer, über den sie sich auskotzen können.
Die dritte Gruppe sind meiner Meinung nach die Hater. Die mit ihrer sogenannten Meinung alles kurz und klein hauen, was ihnen vor die Flinte kommt und die auch nicht mehr merken, wann sie bei anderen unter die Gürtellinie gehen oder aber, wenns ganz hart kommt, das auch noch als normal ansehen.

Und die Sache wird noch delikater.

Eine weitere Sache, die mich zu diesem Schritt bewegt hat ist die Konfronation mit Wahrheiten per Sozialnetzwerk.
Durch die künstlich geschaffene Distanz von Menschen ist es natürlich einfacher andere mit Wahrheiten zu konfrontieren, die denen weh tun könnten.
Aber es ist doch völlig normal, dass man enttäuscht reagiert, wenn man zum Beispiel verliebt ist und per Sozialnetzwerk plötzlich mitbekommt, dass der oder die Angebetete in einer Beziehung mit jemand anderen ist. Und das passiert erst recht, wenn man sich erst wunder was versprechen lassen durfte, wurde dann auf Distanz gehalten, nur um am Ende diesen Statuseintrag zu lesen? Ich erinnere mich da nur an 2011 und Janette.
Es würde sich eben doch viel Unsinn vermeiden lassen, wenn man ehrlicher zu einander wäre und sowas persönlich klärt, anstatt auf elektronischem Wege und den anderen dann hinterher mundtot macht.

Letzten Endes empfinde ich diesen Schritt in gewisser Weise als befreiend. Ich muss nicht mein Leben vor Leuten breit treten, die das eh nicht interessiert. Und was nützen mir X hundert "Freunde", wenn ich in der Realität dann doch sehr zurück gezogen lebe und mit Allem alleine dastehe.

15.2.16 14:19, kommentieren